KÜNSTLERPetra Fiebig

Petra Fiebig ist 1969 in Bremen geboren und studierte dort an der Hochschule für Künste. Danach arbeitete sie als 2. Regieassistenz bei Robert Wilson am Thalia Theater in Hamburg. 1998 bekam sie ein Stipendium am Künstlerhaus in Cuxhaven, sowie die Künstlerförderung der Stadt Bremen. Von 2004 bis 2011 leitete sie das Kunstprojekt „Zur gleichen Zeit am gleichen Ort“.
Seit 2018 hat sie Lehraufträge für Zeichnung am Institut für Kunstwissenschaften an der Universität Bremen.
Petra Fiebig lebt und arbeitet in Bremen.
Sie präsentiert ihre Arbeiten in verschiedenen Ausstellungen im In- und Ausland.

Ausstellungsauswahl: „Ich bin nicht da“, Kunst im Pavillon / Gerhard-Marcks-Haus, Bremen; Çannakale Art Work, Kunsthalle Osnabrück und Villa Schlikker, Osnabrück; „nordwestkunst 2017“, Kunsthalle Wilhelmshaven (G);
Galerie Robert Drees, Hannover und Art Bodensee, Österreich; „Dortmunder Neugold“, Dortmunder U; „Albergo Goldoni“, La Serpara, il giardino di Paul Wiedmer, Italien; „Rauschzeit“, Art-Étage und Aufbahrungsraum/espace libre, Biel, Schweiz (G).

In ihren künstlerischen Arbeiten beschäftigt sich Petra Fiebig mit dem Erfassen von Identitäten. Dabei interessieren sie nicht die physische Gestalt einer Person, sondern die Dinge mit denen sie sich umgibt. Möbel, Hausrat, Bücher, Tapeten… Dinge die von persönlichen Interessen, Vorlieben, Verbindungen oder Zwängen erzählen. Dabei hält sie sich nicht ausschließlich an reale Situationen, sondern erfindet auch mögliche Szenarien in welche der Betrachter eigene Interpretationen hineindenken kann.
Für die Darstellung benutzt sie ausschliesslich Blei- und Grafitstifte in verschiedenen Stärken. Durch die Reduzierung der Farben auf Grautöne wird eine Art von Abstraktion erzeugt. Die Zeichnungen entstehen auf der Wand, auf Leinwand oder auf Kartonkörpern, welche den Maßen des Entstehenden in der Realität ganz oder annähernd entsprechen. Interessant ist hierbei die Irritation welche entsteht, wenn bei der Betrachtung der Objekte durch die Wiedererkennbarkeit sofort klar ist, was das jeweilige ist, bevor dem Betrachtenden klar wird, dass es nur vorgibt etwas zu sein.
Eine ihrer Arbeit zugrunde liegende Idee ist der Gedanke sich physisch in eine Zeichnung hineinzubegeben und somit als Betrachter*in Teil des Kunstwerkes zu werden. Durch die Entwicklung der gezeichneten Dinge, also der dreidimensionalen, bezeichneten Kartonkörper in realen Ausmassen, kann die Künstlerin installativ Räumlichkeiten zusammen stellen. Auch dadurch wird eine Situation mit seiner Atmosphäre sinnlich erfahrbarer.
Kleinere Objekte stellt Petra Fiebig realistisch mittels klassischer Zeichentechnik her. Für die Darstellung von größeren Objekten ( Möbel oder auch zweidimensionale Zeichnungen von Innenräumen ) verwendet sie eine Schraffurtechnik. Hiermit kann sie große Fläche zeichnerisch oder eher malerisch gestalten. Der einzelne Strich verliert hierbei seine Bedeutung. Die Anordnung eines chaotischen Netzes aus übereinander liegenden Strichen ergibt Flächen unterschiedlicher Graustufen und Dichtigkeit. Bei dieser Art der Schraffur entsteht eine lebendige/bewegte Optik.

Arbeiten von Petra Fiebig