KÜNSTLERRainer Fest

Rainer Fest ist 1953 in Berlin geboren und studierte Bildhauerei in Bremen. Im Rahmen seiner vielfältigen internationalen Ausstellungsaktivitäten präsentiert er in verschiedenen Formaten Betonarbeiten, die architektonische Motive aufgreifen, und Steinarbeiten, die Findlinge verarbeiten. Insbesondere seine groß angelegten Arbeiten für den öffentlichen Raum sollen hier hervorgehoben werden. 2002 erhielt er das Otto Niemeier-Holstein Stipendium und 2004 das Landesstipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern für das Schleswig-Holstein Haus in Rostock. Er lebt und arbeitet seit 1991 im vorpommerschen Glashütte.

Rainer Fest arbeitet mit Steinen, die für ihn die Ganzheit der Welt verkörpern. Er geht mit seinen künstlerischen Eingriffen deren geologischen Strukturen nach, als wollte er das uralte Wesen der eiszeitlichen Gletschern entsprungenen Steine erkennen. Um die Steine, Zeichen von Ewigkeit und kosmologischer Wahrheit, nicht zu zerstören, geht er in für den Betrachter spürbarer Weise äußerst vorsichtig, aber auch verständig präzise vor. Auch die aus den Steinen skulptierten architektonischen Formen sind bescheiden zeichenhaft und gemahnen doch an Heiligtümer archaischer Kulturen. Sie gleichen makrokosmischen Situationen, die nicht verortbar, aber von wahrhaftiger Präsens sind. Unter ihnen ist es vor allem die Treppe, die als Sinnbild eines geistig aufstrebenden Lebenswegs von der Natur zum kulturellen Wirken und der seelischen Vervollkommnung erzählt. In der Ausstellung zeigt er eine Reihe kleinerer Spindeltreppen, die dies in modellhafter Weise vorführen.

Rainer Fest stellt in der Münchner Filiale der Firma Spitzbart in der Ausstellung ‘Wunschbilder’ (5. Febr. – 27. April) zwei größere Objekte aus: den ‚Wunschtisch’ und eine Objekt, das ‚Die Stunde des Wunsches’ heißt. Seine Beschäftigung mit dem ‚Wünschen’ ist eine Annäherung an den Akt des Wünschens, an seine Klärung, seine Bildwerdung durch Grenzziehung und Ausschluss, seine Verdinglichung und Verkörperung, ja Vereinnahmung im seelischen und haptischen Sinn.

Arbeiten von Rainer Fest